Mein eigenes Wunderland

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Wenn ich schon nicht schön sein kann, dann wäre ich bitte gerne unsichtbar.
Oder ein Tscheburaschka. Liesa, 21, Berlin

Am Montag beginnt das vierte (!) Semester und ich bin absolut nicht bereit dafür. Ich komme mir so vor, als würde ich noch ganz zu Anfang meines Studiums stecken und nicht so, als wäre ich bereits mittendrin. Mein Kopf tut schon wieder seit Tagen weh und ich fühle mich irgendwie nicht wohl, ich glaube, die Frühjahrsmüdigkeit hat mich geschnappt, am liebsten würde ich den ganzen Tag nur im Bett verweilen und lesen. Die Semesterferien waren zu kurz und irgendwie furchtbar - ich kann mich nicht daran erinnern, etwas anderes gemacht zu haben als an meiner Hausarbeit zu schreiben oder arbeiten zu gehen und ich bereue es, dass ich meine Zeit so derartig verschluder. Mein Zeitmanagement ist durchaus verbesserungswürdig und ich sollte unbedingt daran arbeiten, denn es ist so so wenig Zeit, die wir haben und ich schaffe es trotzdem, sie mit den sinnlosesten Dingen zu verplempern, das nervt mich. Ich habe Lust, einen Brief zu schreiben, handgeschrieben, aber ich weiß nicht an wen und ich weiß auch nicht was, denn wenn ich ehrlich bin, gibt es nichts in meinem Leben, was irgendwie wert wäre, erzählt zu werden…

Einige meinten, sie würden gerne wieder mein Geschreibsel lesen, deswegen versuche ich jetzt, wieder öfter etwas über mich zu erzählen, diesem Blog hier wieder etwas Persönlichkeit einzuhauchen, irgendwie. Was mich das vergangene Jahr davon abhielt, hier in irgendeiner Form etwas zu schreiben, war überwiegend, dass mein Leben vor Langweiligkeit nahezu erstickt. Es geschieht kaum etwas nennenswertes und ich lebe von Tag zu Tag - erledige Unikram, esse, gehe zum Sport, gehe arbeiten, unternehme etwas mit den wenigen Freunden, die mir noch verblieben sind, lese, schaue Serien oder hänge einfach nur sinnlos vor meinem Laptop und hüpfe von Tab zu Tab, in der Hoffnung, irgendetwas weltbewegendes zu lesen oder zu sehen. Mehr passiert nicht - eher weniger - und ich bezweifel so sehr, dass sich irgendjemand dafür interessiert, wie bedeutungslos ich meine Tage verbringe. Nichtsdestotrotz - vielleicht tut es mir ja sogar gut, wieder zu schreiben. Ich habe auch wieder damit begonnen, Tagebuch zu schreiben, etwas, das ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe (es sei denn, es ging mir wirklich übel). An manchen Tagen habe ich mittlerweile sogar das Gefühl, mein Leben im Griff zu haben. An anderen Tagen wiederum weniger. Ich weiß nicht wirklich, was ich schreiben soll und ich habe bereits jetzt das Gefühl, das Schreiben verlernt zu haben - das kommt wohl davon, wenn man immer nur im sachlichen Juristen-Jargon schreibt - aber ich bemühe mich wirklich, wieder öfter etwas zu schreiben, über mich, mein Leben, was mich bewegt. So langweilig und belanglos es auch sein mag, es tut gut, Dinge niederzuschreiben und sie auf Papier/in ein Dokument zu bringen.

Ich möchte intelligent sein, von Tag für Tag etwas dazulernen, klüger werden, zahlreiche Erfahrungen und Erlebnisse in mein Tagebuch kritzeln, ausgefüllte Tage haben, gleichzeitig will ich 24 Stunden am Tag in meinem Bett liegen, schlafen, im Internet herumhängen oder lesen, einfach das Nichtstun auskosten. Ich möchte gesund essen, viel und vor allem ausgewogen kochen, mir Zeit, Geld und Geduld für alle möglichen Rezepte nehmen, Smoothies trinken und Nudeln selbstmachen, gleichzeitig will ich dreimal am Tag eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben oder den Lieferservice belagern, möchte eine ganze Tüte Chips auf einmal essen und danach am besten noch sämtliche Schokoriegel und Kekse in mich hineinstopfen. Ich möchte aktiv sein, Sport treiben, körperlich an meine Grenzen gehen, Höchstleistungen in allen Lebensbereichen von mir fodern, die Glücksgefühle nach einem Lauf in mich aufsaugen, gleichzeitig will ich mich kein Stück vom Fleck rühren, möchte nicht einmal meinen linken Arm anheben, um die Wasserflasche neben mir hochzuheben, jeder Schritt ist schon zu viel und im Liegen lebt es sich sowieso am besten. Ich möchte feiern gehen, die Nächte um mich schlagen, Unmengen an Alkohol trinken und zu Unmengen an schlechten Liedern tanzen, mitgrölen, auf Konzerte gehen, offener für alles sein, gleichzeitig will ich nichts lieber, als mit einem Buch und einer Tafel Schokolade in eine vollgelaufene Badewanne zu verschwinden und erst nach Stunden wieder aufzutauchen, bloß keinen Kontakt zur Außenwelt und allem, was irgendwie auch nur annähernd dazugehört. Ich möchte neue Leute kennenlernen, die wenigen Freundschaften, die ich habe, besser pflegen, lockerer sein, witziger sein, einfühlsamer sein, gleichzeitig will ich mich in mein Schneckenhaus zurückziehen und nie wieder hervorkriechen, mag ganz für mich alleine bleiben und mit niemandem reden müssen. Ich will das Leben auskosten, in vollen wie auch in leeren Zügen, möchte erleben und erfahren und lernen, aber es ist so schwer, so schwer, aus dem Muster und dem Trott herauszukommen, welches man in den letzten Jahren wie einen schützenden Kokon um sich gelegt hat, einem Kokon, der zwar warm hält und gemütlich ist, in dem es aber auch eng und einsam ist, weil niemand dazustoßen kann, weil man eine Hülle um sich herum aufgebaut hat, um auch ja niemandem zu zeigen, wie schutzbedürftig, allein und wehmütig man selbst doch ist, eine Schutzmauer, die zwar vielleicht schützt, aber gleichzeitig auch so unglaublich bewegungsunfähig macht, man kann sich vielleicht noch einmal im Kreis drehen und um sich schauen, aber man kann keinen Schritt vor oder zurück setzen, weil einfach viel zu wenig Platz für all das ist, weil man sich selber eingeschränkt hat, indem man diesen Kokon gestrickt hat und die Augen sind zwar freigelegt und man sieht alles um sich herum, man sieht, dass das Leben der anderen zwar auch nicht immer perfekt ist, aber scheinbar jeder mit Rückschlägen, Trauer und Einsamkeit besser umgehen kann, als man selbst, man sieht, wie gut das Leben doch sein kann, wieviele wunderbare Dinge es zu erleben gibt, wieviele Abenteuer tagtäglich auf einem warten können und dann sieht man an sich selbst hinunter, und alles was sichtbar ist, ist ein unförmiger Haufen an Selbstzweifeln, Melancholie und Unzufriedenheit und man möchte eine Schere nehmen, um diesen lästigen Kokon aufzuschneiden, aber die Hände sind verbunden und ohnehin wäre es nicht möglich, weil dieser Kokon so fest und engmaschig gestrickt ist, dass es Wochen, wenn nicht sogar Monate oder Jahre dauern würde, um ihn gänzlich abzustreifen und so seufzt man nur bekümmert und nimmt einfach hin, dass man sich sein Leben selbst unnötig schwer (ge)macht (hat), dass man wegen eigenen Unzulänglichkeiten wertvolle Dinge wie Freundschaft und auch Lebenszeit vergeudet hat und dass man es womöglich nie mehr wirklich schafft, das Leben so zu genießen, wie man es gefälligst zu genießen hat.

(Quelle: fruehlingsmaerchen.wordpress.com)

Mein etwas anderer Jahresrückblick.

me:should i make a sarcastic comment or not

michael-palin:

why do girls look so good in over sized sweaters and messy buns but when i do it i look like i stepped out of a meth lab

(Quelle: patriciaboyd, via ceinel)

idhatetoseeyoucry:

the internet is perfect cause it satisfies my need to be alone while still getting attention from people

(Quelle: gaydecadence, via marie-luise)

me when i go out:i should've stayed home
me when i stay home:i should've gone out
me when i'm around people:i want to be alone
me when i'm alone:i want to be around people
me when i'm mean to people:i need to be nicer
me when i'm nice to people:i need to be meaner
me when i'm on tumblr:all is right with the world

one-millionpieces:

I’d say about 60% of the stories I tell go unfinished because either someone cuts me off or I stop talking because I realize that no one is listening

(Quelle: strongneedyhumblegreedy, via flowers-for-president)

I want to appear offline in real life

(Quelle: cuebae, via gegenrevolutionaerin)